Über mich

Ich stehe jeden Tag auf der Trainingsmatte.

Mit 21 Jahren habe ich mich dafür entschieden, Vater zu werden, als ich mich in eine schwangere Frau verliebt habe. Ich bin von einem Extrem ins andere gekippt: von Single sein, die Welt entdecken, feiern und herausfinden, wer ich bin und was ich machen will, hin zu meiner ersten richtigen Beziehung, Zusammenleben, Verantwortung übernehmen – Papa sein.

Jetzt, mit 36 Jahren, nach Höhen und Tiefen, Heirat, Adoption, zwei weiteren Kindern, Trennung, Auszug und Krankheit, scheine ich langsam anzukommen und Antworten darauf zu finden, wer ich bin und was ich will. Ich fühle mich endlich wie ein erwachsener Vater, der meistens weiß, was er braucht, um gut für seine Familie da zu sein, und was seine Kinder brauchen, um gesund – mit Wurzeln und Flügeln – ihren Platz in dieser Welt zu finden.

Ich war immer auf der Suche nach der „richtigen“ Lebensweise – nach der richtigen Ernährung, der richtigen Bewegung und eben auch der richtigen Erziehung bzw. Begleitung von Kindern. Mit „richtig“ meinte ich vor allem: artgerecht, natürlich.

Ich weiß nicht, ob es in dieser Kultur überhaupt möglich ist, diesem Anspruch gerecht zu werden. Aber ich glaube, Kinder brauchen Erwachsene, die bereit sind, sich selbst ehrlich zu begegnen.

Auf meiner Suche habe ich einige Schätze gehoben. In meiner Fortbildung zum Wildnispädagogen habe ich den Glauben daran wiedergefunden, dass alles einen Sinn hat. Ich habe Dankbarkeit dafür gefunden, dass diese Erde uns mit allem versorgt, was wir zum Leben brauchen. Und ich habe die Erfahrung gemacht, wie kraftvoll es ist, in einer Gemeinschaft meine innerste Wahrheit auszusprechen.

Diese Zeit hat mich sehr geprägt und ist zusammen mit meiner Erzieherausbildung, vielen Jahren Erfahrung in verschiedenen Naturkindergärten und der Begleitung zahlreicher naturpädagogischer Projekte zu einem meiner beruflichen Standbeine geworden.

Die Natur als unser ursprüngliches Zuhause hat eine Kraft und Wirkung auf uns, die mich immer wieder fasziniert – und die mich bis heute täglich begleitet.

Ich weiß gar nicht mehr, ob mein System einfach zusammengebrochen ist oder ob ich es selbst eingerissen habe, um etwas Neues aufzubauen – wahrscheinlich beides.
Der Neuaufbau hat länger gedauert als gedacht, aber inzwischen habe ich wieder einen sicheren Stand gefunden.
Mein größter Schatz in Bezug auf meine Kinder in dieser Zeit war ein Elterntraining bei TransParents und die innere Veränderung, die damit einherging.

Ich kann mich noch genau an den Moment erinnern, als ich auf der Wiese neben dem Trampolin saß, meinen Kindern beim Spielen zusah und bemerkte, dass ich mich einfach über meine Kinder freue.
Seit langer Zeit keine Stirnfalte. Kein Zeitdruck. Kein Genervtsein.
Einfach Freude an der Lebendigkeit meiner Kinder und daran, ganz im Moment zu sein.

In der Elterncoach-Ausbildung bei TransParents habe ich begonnen zu verstehen, wie sehr unsere eigene Geschichte unseren Umgang mit Kindern beeinflusst. Ich habe Antworten auf viele Fragen gefunden, die ich weder in Ratgebern noch in meiner Erzieherausbildung gefunden hatte.
Keine Pauschalantworten, sondern Prinzipien. Forschungsreisen zu meinem eigenen Wesen und dazu, wie meine innere Struktur meinen Umgang mit meinen Kindern prägt. Tiefes Wissen über Entwicklungstrauma und unser Nervensystem.
Für mich ist das ein weiterer Schlüssel auf der Suche nach unserer wahren Natur.

Ich habe immer mehr eine Ahnung davon bekommen, wer wir wirklich sein können, wenn wir es schaffen, uns von Scham und Schuld zu befreien. Ich habe so lange versucht, es für alle gut zu machen. Ich habe mich angestrengt, verausgabt und trotzdem nie das Gefühl gehabt, dass es reicht. Heute weiß ich, dass dieses ständige Anstrengen auch eine Strategie war, um mich selbst nicht wirklich zu fühlen. Um die Angst zu verdrängen, nicht genug zu sein.

Ich glaube, unheimlich viele Eltern strengen sich sehr an, um alles gut und richtig zu machen, und verlieren sich dabei selbst aus den Augen.

Ich glaube, Elternsein ist einer der wichtigsten, intensivsten und herausforderndsten Jobs auf dieser Welt. Eine Schnittstelle zwischen Vergangenheit und Zukunft. Ein Ort, an dem unsere Geschichten weitergegeben oder verwandelt werden.

Deshalb möchte ich auf meine Weise zu mehr Verbindung, mehr Verständnis und vielleicht auch zu etwas mehr Glück in dieser Welt beitragen.

Manchmal braucht es nur eine neue Perspektive, um wieder in Verbindung zu kommen.

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